Gefährden die Windkraftanlagen im Landkreis öffentliche Einrichtungen und Straßen? - LKR Landkreis Harburg
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Feuerwehren im Landkreis vor großen Herausforderungen.

Die Anforderungen an die Feuerwehren im Kreis sind zweifelsohne gewachsen. Nicht nur der regenarme Sommer des letzten Jahres hat seine Spuren im Landkreis hinterlassen, auch die privaten Osterfeuer haben über Ostern zu einer erhöhten Einsatzdichte im Landkreis geführt.

Dies war u.a. Anlass für die Kreistagsfraktion, beim Landkreis nach zukünftigen Konzepten der Brandprävention nachzufragen. Immerhin liegen im Landkreis größere Heide-  und Waldflächen, die bedingt durch die zur schnellen Austrocknung neigenden Sandböden einer erhöhten Brandgefahr ausgesetzt sind.

Havarien von Windkraftanlagen im Landkreis stellen eine Gefahr dar.

Eine andere und vom aktuellen Wetter unabhängige „Qualität“ hat hingegen eine stichprobenartige Erhebung der Kreistagsfraktion bezüglich der Positionierung von Windkraftanlagen zu öffentlichen Gebäuden, Schulen oder Straßen aufgezeigt.

Es ist festzustellen, dass mit zunehmender Anzahl und Alterung von Windkraftanlagen die Gefahr einer Havarie eines solchen Windrades ansteigt – auch bei uns im Landkreis. Zuletzt ist im Februar dieses Jahres im Landkreis Uelzen ein tonnenschweres Rotorblatt einer Windkraftanlage abgebrochen und in beträchtlicher Entfernung zu Boden gegangen.

Für die Kreistagsfraktion war dies Anlass genug, stichprobenartig die bestehenden Windkraftanlagen im Kreis auf die Auswirkungen eines ähnlich gearteten Störfalls zu untersuchen – mit zum Teil erschreckenden Ergebnissen (siehe Punkt 10 der Anfrage).

Die Grundschule Sprötze-Trelde nur ca. 130m von einer gefährdenden Windkraftanlage entfernt.

Die Fraktion stellt die Frage, was wohl passierte, wenn ein tonnenschweres Rotorblatt zur Unterrichtszeit auf die Grundschule niedergeht?

Die zum Teil unverantwortlich geringen Abstände zu Gebäuden und öffentlichen Straßen lassen im Fall einer Havarie einer Windkraftanlage Schlimmes erahnen.

Wenig bekannt ist, dass Windkraftanlagen keiner Prüfpflicht nach Industriestandards unterliegen. Der TÜV fordert einen solchen Standard seit längerer Zeit, die Bundesregierung verweigert dies in unverantwortlicher Weise bis heute.

Offensichtlich hat hier die Windkraft Vorrang vor der Sicherheit der Bevölkerung.

Den geringsten Schadensfall im Landkreis dürfte noch der Brand eines Maschinengehäuses einer Windkraftanlage darstellen, auch wenn die Feuerwehren im Landkreis hier offenbar nur ohnmächtig zusehen können.

Die Kreistagsfraktion fragt daher die Kreisverwaltung an, wie es im Havariefall einer Windkraftanlage um die erforderliche Prävention bestellt ist:

  • Sind die Katastrophenpläne um die neuen Gefahren erweitert worden?
  • Wie wird der Landkreis bei einer Gefährdungslage wie z.B. der Grundschule Sprötze-Trelde aktiv werden?
  • Wie wird der Landkreis einer brennenden Windkraftanlage begegnen?

Nach einer Erhebung des Portals „Vernunftkraft“ wurde im Jahr 2018 über mindestens 30 Havarien von Windkraftanlagen berichtet. Die Anzahl der nicht dokumentierten Fälle ist unbekannt.

Autor: Hans Jürgen Bletz
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